Methoden einer erweiterten Musikwissenschaft - ((audio))
Methoden einer erweiterten Musikwissenschaft

Methoden einer erweiterten Musikwissenschaft (Seminar)

Das Seminar bietet eine Einführung in die methodisch-theoretischen Grundlagen der historischen und systematischen Musikwissenschaft und ihre Nutzbarkeit im Hinblick auf aktuelle Phänomene auditiver Kultur. Ausgehend von der disziplinären Abgrenzung zwischen musik- und kulturwissenschaftlicher Perspektive werden die traditionellen Gegenstände und Methoden der Musikwissenschaft um kultur- und medienwissenschaftliche Ansätze erweitert.

Ziel des Seminars ist der Erwerb von Überblickswissen zu den traditionellen Forschungsmethoden der Musikwissenschaft sowie verschiedenen musikspezifischen Methoden der Kulturwissenschaften im deutschsprachigen und internationalen Diskurs. Zusätzlich dient die Projektarbeit der praktischen Anwendung der erlernten Methoden in Bezug auf konkretes musikalisches Material und fördert gleichzeitig die Präsentationskompetenz der Studierenden.

 

DozentInnen:

Dr. Rolf Großmann Prof. Dr. Rolf Großmann
grossmann@uni-lueneburg.de
Tel. 677-1231
Raum 5.322


Dr. Rolf Großmann Malte Pelleter
pelleter@leuphana.de
Tel. 677-2287
Raum 5.321

Tutor:

Marlin Nöthig Florian-Max Schaefer
florian-max.schaefer@stud.leuphana.de
Tel. 677-1617
Raum 5.321


 

 

 

Prüfungsleistung

Die Prüfungsleistung besteht für dieses Seminar aus der Präsentation, Kurz-Dokumentation und Reflexion eines Methodenprojekts. Die Methode sollte auf der Grundlage der angegebenen Texte, anhand mindestens eines Musikbeispiels im Seminar vorgestellt werden. Die Präsentation hierzu sollte außerdem visuell aufbereitet sein (Handout, Folien, Tafelbild etc.).
Den schriftlichen Teil der Prüfung bildet Ihr Präsentations-Material sowie zwei Response-Papers (1-2 Seiten), in denen Sie sich im Vorhinein mit zwei weiteren, in Seminar-Sitzungen diskutierten Methoden auseinandersetzen. Die Response-Papers fließen in das Seminar ein und sollen bis zum Dienstag vor der jeweilig besprochenen Sitzung vorgelegt werden.
Bearbeiten Sie die vorgebenenen Fragestellungen (Projektauftrag) mithilfe des Seminarreaders. Der Seminarreader kann bei Campus Copy erworben werden und ist in gedruckter Form Voraussetzung für den Besuch der Veranstaltung. Abgabefrist für die Dokumentation: 15.8.2015.

Bitte beachten Sie bei der schriftlichen Anfertigung der Response Papers das Merkblatt des Instituts für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien.

Seminarplan

(Version 1.0 / 9.4..2015)

 

09.04.2015: Einführung

Organisatorisches; thematische Einführung
Musikwissenschaft als Kulturwissenschaft

Rösing, Helmut & Peter Petersen (2000): Orientierung Musikwissenschaft.

Süddeutsche Zeitung: Geschäftsmodelle essen Seele Auf 15.04.2014

 

16.04.2015: Eine Wissenschaft von der Musik

Traditionen der Musikwissenschaft
Disziplinarität, Forschungsgebiete und Methoden

Dahlhaus, Carl (1982): Musikwissenschaft und Systematische Musikwissenschaft.

 

 

Themengruppe I: GEISTESWISSENSCHAFTLICH-PHILOLOGISCHE METHODEN

Projektauftrag:

Was ist Musik?
Wie können musikalische Phänomene geschichtlich geordnet werden?
Wodurch und im Hinblick worauf könnten Wert und Bedeutung von Musik bestimmt werden?
Wonach können wir fragen und was können wir tun, um das herauszufinden?
Welche Traditionen in der Beantwortung dieser Fragen gibt es?

23.04.2015: Wert und Bedeutung

Musikästhetik

Hanslick, Eduard ([1854] 1991): Vom Musikalisch-Schönen: ein Beitrag zur Revision der Ästhetik der Tonkunst. S. 31-52.

Präsentation Gruppe A:
Präsentation Gruppe B:

 

30.04.2015: Tonempfindsame Spekulationen

Hugo Riemanns Harmonielehre und die Helmholtz'sche Sinneslehre

Helmholtz, Hermann von (1863): Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik. (daraus: Einleitung)

Riemann, Hugo ((1917) 1929): Handbuch der Harmonielehre. S. VII-XI, S. 1-6 & S. 21-32

Präsentation Gruppe A:
Präsentation Gruppe B:

 

Themengruppe II: Musik und Medien

Projektauftrag:

Welche Probleme stellen sich der traditionellen Musikwissenschaft durch neue Medientechnologien?
Wie lassen sich medien/musikalische Phänomene beschreiben?
Wie hängen Medien und die Ausbildung neuer Musikkulturen zusammen?
Wonach können wir fragen und was können wir tun, um das herauszufinden?
Welche kulturwissenschaftlichen Diskurse werden durch diese Frage berührt?

07.05.2015: Technifizierung der Klänge

Audio Culture, Medienkultur und die neue Materialität der Klänge

Straw, Will (2012): Music and Material Culture. In: Clayton / Herbert / Middleton (Hg.): The Cultural Study of Music. A Critical Introduction. New York: Routledge. S. 227-236.

Präsentation Gruppe A:
Präsentation Gruppe B:

 

14.05.2015: Christi Himmelfahrt

 

21.05.2015: Kulturelles Multitracking

TRX Studies als medienmusikalische Analyse

Ismaiel-Wendt, Johannes (2011): tracks 'n' treks. Populäre Musik und Postkoloniale Analyse (Ausschnitte: TRX Studies)

Glossar

Präsentation Gruppe A:
Präsentation Gruppe B:

 

Themengruppe III: NATURWISSENSCHAFTLICH-EMPIRISCHE METHODEN

Projektauftrag:

Wie funktioniert das Hören (und Gestalten) von Musik?
Wie wirkt Musik?
Wie können wir diese Prozesse ›objektiv‹ beschreiben? Wie können wir sie ›quantifizieren‹?
Welche anderen Disziplinen schneidet eine Kulturwissenschaft der Musik bei diesen Fragen?

28.05.2015: Helmholtz's Erben

Musikalische Akustik

Hall, Donald E. (1997): Musikalische Akustik: ein Handbuch. 7. Kapitel: Grundlegende Bestandteile der Musik. S. 129-142.

Präsentation Gruppe A:
Präsentation Gruppe B:

 

04.06.2015: Eine kleine Nachtmusik der musikalischen wetware

Musikpsychologie und -wirkungsforschung

Jansen-Osmann, Petra (2006): Der Mozart-Effekt – Eine wissenschaftliche Legende? In: Musik-, Tanz- und Kunsttherapie 17(1), S. 1-10.

Präsentation Gruppe A:
Präsentation Gruppe B:

 

Themengruppe IV: INTERDISZIPLINÄRE METHODEN

Projektauftrag:

Was sind die Kontexte, Umgebungen, Mittel der Musik(en)?
Wie funktioniert Klang ›gesellschaftlich‹, wie stiftet er ›Identitäten‹?
Wie wird Klang instrumental erzeugt und gestaltet?
Wie wirken und verändern sich historisch kulturelle Klangumgebungen und -ästhetiken?
Wie kann aktuellen Popmusiken, ihren Instrumenten, Praxen und Identitätskonzeptionen musikwissenschaftlich begegnet werden?

11.06.2015: Pop(musik), was nun?

Popforschung und die Cultural Studies

Wicke, Peter (1992): 'Populäre Musik' als theoretisches Konzept. In: PopScriptum 01, 1992.

Präsentation Gruppe A:
Präsentation Gruppe B:

 

18.06.2015: Die gesellschaftliche Existenz der Musik

T.W. Adorno und die Musiksoziologie

Adorno, Theodor W. (1981): Einleitung in die Musiksoziologie. Kapitel I: Typen musikalischen Verhaltens. S. 14-34.

Präsentation Gruppe A:
Präsentation Gruppe B:

 

25.06.2015: Gespielte Klangerzeuger

(Eine neue) Instrumentenkunde

Großmann, Rolf (2010): Distanzierte Verhältnisse? Zur Musikinstrumentalisierung der Reproduktionsmedien. In: Harenberg, Michael & Daniel Weissberg (2010): Klang (ohne) Körper. Spuren und Potenziale des Körpers in der elektronischen Musik. S. 183-200.

Präsentation Gruppe A:
Präsentation Gruppe B:

 

02.07.2015: Sound Studies

Methoden und Prämissen der Sound Studies

Jonathan Sterne (2012): Sonic Imaginations. In: Ders. (Hg.): The Sound Studies Reader. New York: Routledge.

Präsentation Gruppe B:

 

09.07.2015: entfällt wegen der HyperKult-Tagung

www.leuphana.de/hyperkult

 

 

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Methoden einer erweiterten Musikwissenschaft

Großmann | Pelleter
S | Do 14:15 - 15:45 | 09.04.2015 - 09.07.2015 | C5.236 
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