((audio)) - Ästhetische Strategien
Ästhetische Strategien
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STU – Elements (Ubiktune)

Produkt des Monats März 2009

von Tino

Das Online-Label Ubiktune setzt sich seit 2006 zum Ziel, originelle Chip-Musik mit Focus auf die Sounds des ZX Spectrum kostenlos im Netz anzubieten. Der Clou dabei ist, dass nicht nur die Audio-Daten als Download angeboten werden, sondern auch die originalen Song-Formate, mit denen man Sinclair, Atari & Konsorten füttern kann. Obendrauf gibt es jeweils ein schönes Artwork.

Auf diesem charismatischen Label gibt es seit Anfang des Jahres eine Extended Play von Atarimusiker Stu, die den elementaren Titel Elements trägt. Der Schweizer ist ein Bit-Künstler, der bereits mit der 8-Bit-Combo Drop da Bomb hervorragende Musik produziert hat. Auch jüngst hat der "Don Atari Electro" wieder bewiesen, dass die Klang-Ästhetik alter YM 2149 Soundchips des ATARI ST das verwöhnte Ohr von heute verzücken kann. Gründe dafür dürften in der damals wie heute aktuellen Verwendung von definierten Sägezahn-Wellenformen zu finden sein, die grundlegend für viele angesagte Elektro-Tracks sind. Sicherlich hat auch die Post-Produktion dazu beigetragen, dass die Sounds eine nicht zu unterschätzende Dynamik aufweisen. Das Konzept der EP beeinhaltet die 4 Elemente, wie der Name eigentlich schon verrät. So wurden die Tracks sinngemäß mit Earth, Water, Air und Fire betitelt. Als Bonus gibt es einen Remix (Elements) von Extraboy. Insgesamt klingen die Titel eher nach einer Klangstudie, bzw. eine Soundreise ins Innere des Chips.
Mike Witschi aka. Naomi Sample bringt es folgendermaßen auf den Punkt: "Das Ganze klingt, als hätte der Frickler die Biomechanics eines H.R. Giger in Sound verwandelt, wie Amon Tobin auf einem viertel der Geschwindigkeit gespielt oder der Soundtrack von International Karate durch riesige Türme aus Marshall-Amps geballert."

Vielleicht nicht jedermanns Sache - aber reinhören lohnt sich allemal!

Weitere Releases von Stu gibt es u.a. bei Retinascan.

Wer mehr über die 8-Bit-Szene erfahren will, sollte unbedingt mal einen Blick in die Retro werfen.

Quelle: http://audio.uni-lueneburg.de/pdm/pdm-0903.php, 24.09.2017