Final Scratch

Produkt des Monats Januar 2002

von Dominik Schnölzer

Als damals die ersten mp3-Mix-Programme erschienen, und die ersten DJs begannen, mit Computern und Laptops in Clubs aufzulegen, wurde schnell deutlich, dass, ähnlich wie bei der CD, der fehlende Kontakt zum Medium selbst, den Spaßfaktor um einiges mindert. Nach wie vor, ist der Platten-spieler, bzw. die Vinylplatte das Tool zum Mixen und Scratchen für DJs. Dies dachten sich auch ein paar Freaks aus unserem schönen Nachbarland Holland und entwickelten FinalScratch, das ultimative Tool zum Mixen und Scratchen von Audiofiles.

Das Ganze funktioniert über den sogenannte 'ScratchAmp', der zwischen Mischpult und Rechner geschaltet wird, der Final Scratch Software, und zwei speziell präparierten Vinyl-Matrizen. Auf diesen wurde ein sehr tightes, datensicheres Synchronisationssignal als Information geschnitten. Die Bits&Bytes des Synchronisationssignals sind also als akustische Information auf ganz normales Vinyl gepresst. Die Plattennadel in Kombination mit dem speziellen ScratchAmp entschlüsselt dann das Signal auf dem Vinyl. Diese Synchronisationsinformation wird an die FinalScratch-Software, die auf einem Laptop oder PC läuft, übertragen. Diese FinalScratch-Software basiert übrigens auf einem BeOS-System, welches die Prozessorarbeit für Multi-Media Anwendungen reduziert, umso Abstürze und Fehler zu vermeiden und eine geringe Latenzzeit (12 ms) zu garantieren. Die kommerzielle Version, die ab Anfang 2002 erhältlich sein wird, läuft dann aber auf einem erweiterten Linux-System.

Der große Vorteil von FinalScratch ist, dass man zwischendrin auch normale Vinyls abspielen kann. Man muß also nicht auf seine Vinylschätze verzichten. Die Matrizen gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie unterscheiden sich z.B. in der Anzahl der Songs, bzw. in der Abspielgeschwindigkeit. (33/45 RPM)

Alles in allem ist FinalScratch eine äußerst revolutionäre Sache im Bereich der DJ Culture. DJs die auch produzieren, können z.B. ihre neuen Tracks ohne grösseren Aufwand in den Clubs testen, bevor sie veröffentlicht werden. Außerdem ist die Kapazität einer 'virtuelle Plattenkiste' sehr viel größer als die einer Normalen. Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Preis von 2.999,- US $ in Zukunft etwas humaner wird. Wer noch mehr wissen will, geht auf www.finalscratch.com.

 

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pdm/pdm-0201 - Illustration
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