Bitte entschleunigen!

Feed #01 // 2014

von Martin Tege

Wieder in Lüneburg. Letzte Vorlesungen. Vorbereitung. Nachbereitung. Prüfungen. Referate. Lesen. Lernen. Schreiben. Job. Familie. Termine. Termine. Termine […].
Die Zeit der Besinnlichkeit ist vorbei, darin ist man sich einig. Doch wieso bleibt ausschließlich die Zeit am Ende des Jahres der Besinnung auf das „eigentlich Wichtige“ vorbehalten? Was treibt uns an, und was hält uns davon ab, die Beschleunigungsformel einzuklammern und ein Minuszeichen davorzusetzen?
Dieses Thema wurde in einer nicht mehr so häufig anzutreffenden Kunstform kreativ umgesetzt: dem Hörspiel. „Digitale Hörspielproduktion: Analyse, Gestaltung, Produktion, Verbreitung“ nannte sich das Seminar aus dem Sommersemester 2013, in dem etwa 20 Studierende mit Dozent Jan-Torge Claussen Hörspiele als auditive Gestaltungsformen diskutiert, reflektiert und selbst produziert haben. Dabei war die Vorgabe, nicht mehr als eine Minute Material pro Kopf und Titel zu verwenden. Daraus entstanden Soundcollagen über Geschwindigkeiten und Episoden des Alltags. Insgesamt eine bunte Mischung aus Albträumen und Träumereien einer Kultur, bei der man manchmal den Eindruck haben kann, sie sei auf dem Weg zum kollektiven Burnout.

Hören Sie hin.
Und wenn Sie gestatten: „Bitte entschleunigen!“

 

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